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Dermatologie & Allergologie

Dekubitus: Diagnose

Definition und Epidemiologie

Unter Dekubitus (Druckulkus) versteht man ischämische Nekrosen der Haut und des darunterliegenden Bindegewebes an Auflagestellen. Dekubitus ist eine häufige Komplikation bei bettlägrigen Patienten. Publizierte Prävalenzraten in Akutkrankenhäusern bewegen sich zwischen 3 % und 14 %.

Pathogenese und Risikofaktoren

Druck- und Scherkräfte führen bei fehlendem Lagewechsel zu hypoxischem Gewebeschaden. Zusätzliche Faktoren sind Reibung, Feuchtigkeit, Stoffwechselstörungen, Paresen und Durchblutungsstörungen.

 

Folgende Faktoren werden mit einem erhöhten Risiko für Dekubitus assoziiert:

 

Patient:

  • Immobilität
  • Alter
  • Eiweißmangel
  • Inkontinenz
  • Frakturen
  • Durchblutungsstörungen
  • erhöhte Körpertemperatur
  • Unterernährung
  • Untergewicht
  • Rauchen
  • trockene Haut/Ekzem
  • Paresen
  • Infektionen
  • Diabetes
  • Demenz
  • Dekubitus
  • Lymphopenie
  • Psychopharmaka/Drogen

 

Krankenanstalt:

  • prolongierte Krankenhausaufenthalte
  • lange OP-Zeiten
  • Lagerung
  • Zahl des Pflegepersonals
  • häufiger Wechsel des Pflegepersonals
  • hohe Bettenzahl und Aufnahmezahl
Klinisches Bild

Das klinische Spektrum reicht von Erythemen bis zu tiefen Nekrosen und wird üblicherweise in 4 Stufen eingeteilt:

 

Grad I: scharf begrenztes Erythem mit intakter Epidermis
Grad II: Blasenbildung, flaches Ulcus oder Erosion. Epidermis und Dermis sind betroffen.
Grad III: Ulcus und Nekrose bis zur Faszie/Periost
Grad IV: Nekrose betrifft auch subfasziale Strukturen (Knochen, Sehnen, Muskeln)

 

Typische Prädilektionsstellen sind alle Knochenvorsprünge:

  • Kreuzbein
  • Trochanteren
  • Knie
  • Malleolen
  • Fersen
  • Ellbogen
  • Wirbelfortsätze
  • Schulterblätter

 

65 % der Dekubitalgeschwüre finden sich im Bereich des Beckengürtels.

Komplikationen

Dekubitus ist mit einer hohen Letalität assoziiert. Wundinfektionen, Osteomyelitis und Sepsis sind mögliche Sekundärkomplikationen.

Diagnostik
  • Identifizierung und Beseitigung der oben angeführten Risikofaktoren
  • Mikrobiologische Diagnostik (Abstriche Gewebeproben)
  • Bildgebende Verfahren bei Verdacht auf Knochenbeteiligung
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Letztes Update:25 Februar, 2009 - 14:20